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"Haus der Kindheit"

Eröffnung: Sonntag, den 16 Juni 2024, 11 Uhr

Einführung: Frau Mechthild Zeine (Kunsthistorikerin)

 

16. Juni - 14. Juli 2024

sonntags 14.30 - 17.30

und nach Vereinbarung : 0178 5386212

 

bauKULTURstelle Dingden

46499 Hamminkeln-Dingden

Weberstraße 21

 


    

 

 

Ulrich Rölfing
"Haus der Kindheit"

 

Eröffnung: Sonntag, den 16 Juni 2024, 11 Uhr

Einführung: Frau Mechthild Zeine (Kunsthistorikerin)

16. Juni - 14. Juli 2024

sonntags 14.30 - 17.30

und nach Vereinbarung : 0178 5386212

 

bauKULTURstelle Dingden

46499 Hamminkeln-Dingden

Weberstraße 21

 

 

 

" ... Egal welche Architektur, welche Form unser „Haus der Kindheit“ hat oder hatte, es geht doch von ihr eine solch prägende Kraft aus, dass sie uns ein Leben lang begleitet. Und dieser Kraft geht Ulrich Rölfing in der Bilderserie hier nach – exemplarisch anhand seines eigenen Elternhauses, ...


Wie eingangs bereits erwähnt, umfasst der Zyklus / die Bilderserie „Haus der Kindheit“ ein universales Thema, das Ulrich Rölfing auf einer ersten Ebene aus einem biografischen Ansatz heraus bearbeitet. Dabei geht es nicht um eine realistische Darstellung, sondern um eine innere Annäherung / die Reflektion des Künstlers an das Motiv / Thema, die sich durch Farben, Linien, Kontraste und die Komposition der Werke darstellt. Das Wesen des Sujets wird erfasst, im Bild umgesetzt und gibt für uns den Blick auf lebensprägende Momente frei.


Dazu sucht der Künstler in der Bildserie, die Sie hier sehen, sein „Haus der Kindheit“ auf. So sehen wir das Haus als Ganzes gleichsam wie eine Staffage im Hintergrund des im Garten kauernden Jungen. Manchmal werden nur Teile der Architektur wie eine Treppe oder ein Fenster sichtbar. Auf anderen Bildern ist sie nur zu erspüren, bildet aber stets den Rahmen. ...


Ulrich Rölfing bleibt nicht bei der „reinen“ Architektur stehen. Seine Werke hier beleuchten alle Facetten von „zu Hause“. Dies beginnt bei der ersten bergenden Hülle im Mutterleib über den Kinderwagen, den Laufstall oder das Kinderzimmer bis zu Erinnerungen an den Garten und nicht zuletzt an die Menschen, die dieses Haus der Kindheit füllten – allen voran Vater und Mutter. Das „Haus der Kindheit“ besteht eben nie nur aus zusammengefügten Steinen. Vielmehr gehen die Räumlichkeiten / die Architektur stets Verbindungen ein zu den Kindheitserinnerungen die sich neben den Menschen anfüllen mit Geräuschen, Gerüchen, Formen, Farben und Gegenständen. ...

 

Die Aussagekraft dieser Reihe, die Sie hier sehen, erhöht sich meiner Meinung nach noch einmal, wenn wir sie in den Zusammenhang mit drei weiteren Zyklen des Künstlers einordnen.


2017 setzte er sich in „Wahrheit des Augenblicks. Bilder vom Leben und Gehen“ mit dem Leben und Sterben der Mutter nach deren Tod auseinander. Bei diesen – wie ich es empfinde – sehr bewegenden und intimen Bildern wird ohne Verklärung ein Blick auf einen Menschen in seinen Lebensphasen und gesellschaftlichen Rollen geworfen. Zugleich wird dem Betrachter die Liebe und Verbundenheit und der Respekt der Mutter gegenüber unweigerlich spürbar.

 

2019 entstand dann „Vaterland“. Auch hier nähert sich der Künstler einer sein Leben bestimmenden Person – dem Vater. Aber im Gegensatz zur vorherigen Reihe sind hier deutlich die Aspekte von Kampf und Herausforderung im Verhältnis zum Vater sichtbar. Liebe und Fürsorge - Autorität und Stärke. Wie bei der Mutter erweitert sich auch hier das Thema und beleuchtet die „männliche“ Rolle in Familie und Gesellschaft.

 

2021 dann geht es in „SchlangenIch“ um die Person / Persönlichkeitsentwicklung des Künstlers selbst. Im Mittelpunkt dieser Reihe steht die Konzentration auf die Pubertät und die Suche nach Identität. Hierzu nutzt Ulrich Rölfing die Ikonografie der Schlange. ...

 

In diesen drei beschriebenen Reihen scheint sich die Dreiheit von Vater, Mutter und Kind zu vervollständigen. Die Auseinandersetzung des Künstlers mit seiner Herkunft scheint abgeschlossen. Der Schein trügt, wie wir jetzt wissen. Erst mit der Reihe „Haus der Kindheit“, die mit der Architektur des Elternhauses zugleich das grundlegende Bedürfnis eines heranwachsenden, aber auch eines schon erwachsenen Menschen nach Zuhause nachspürt, schließt sich der Kreis, ist der Ursprung, der ein Leben lang prägt, bearbeitet. Ob auch abgeschlossen, das bleibt so offen wie die Bilder von Ulrich Rölfing. "

 

Mechthild Zeine, Kunsthistorikerin,
in der Eröffnungsrede zur Ausstellung am 16.6.2024

Fotoserien

"Haus der Kindheit" (FR, 14. Februar 2025)

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